Schäden durch Starkregen nehmen drastisch zu

Gerade zog der Sturm Xavier über Nord- und Ostdeutschland hinweg und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Gefühlt nehmen die Unwetterkatastrophen kontinuierlich zu, nicht nur auf anderen Erdteilen, sondern auch in Deutschland.

Fast schon pünktlich zu der jüngsten Sturmkatastrophe brachte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) seinen Naturgefahrenreport 2017 heraus. Die Zahlen, welche dort für das Jahr 2016 vorgestellt werden, sind in der Tat erschreckend.

Verzehnfachung der Schadenshöhe gegenüber dem Vorjahr

Im Vergleich der Jahre 2015 und 2016 kommt der GDV zu der Erkenntnis, dass
sich die Schäden im Jahr 2016 verzehnfacht haben. Überschwemmungsschäden erreichten ein Volumen von 990 Millionen Euro. Im Jahr 2015 waren es „gerade einmal“ 100 Millionen Euro. Die Zahlen des Jahres 2016 wurden nur durch Hochwasserkatastrophen von 2002 (Schadenshöhe 1,8 Milliarden Euro) und 2013 (1,65 Milliarden Euro) übertroffen.
Starkregen hat in den Augen des Präsidenten des GDV, Wolfgang Weiler, eine neue Dimension erreicht. Nie zuvor habe Regen in so kurzer Zeit solche Schäden angerichtet.

In der Summe sanken jedoch die Schadensersatzleistungen über alle Naturgefahren hinweg von 2,6 Milliarden Euro in 2015 auf 2,5 Milliarden Euro in 2016. Die KFZ-Versicherer mussten dabei Schäden in Höhe von 615 Millionen Euro schultern, der Rest entfiel auf die Sparten Hausrat, Gewerbe, Industrie, Landwirtschaft und Wohngebäude.

Anstieg der Unwetter auch objektiv zu verzeichnen

Zwei Unwetter, Elvira und Friederike, haben ausgereicht, um alleine in der Summe Schäden in Höhe von einer Milliarde Euro im Jahr 2016 zu verursachen. Seit dem Jahr 2000 betrachtet, betragen die durchschnittlichen Schäden pro Jahr 2,4 Milliarden Euro. Bedenklich ist, dass die Abstände zwischen schadensreichen und schadensarmen Jahren immer kürzer ausfallen.
Für das Jahr 2017 liegt das Regulierungsvolumen bei den Schadenversicherern bereits bei 600 Millionen Euro, die Herbststürme liegen noch vor uns.

Sensibilisierung für Naturgefahrenversicherung wächst

Immobilienbesitzer gehen immer noch recht großzügig mit dem Thema Naturgefahren um. Die bayerische Landesregierung hatte schon mit dem Gedanken gespielt, eine Elementarschadenversicherung zur Pflichtversicherung zu machen. Alternativ seien die Hausbesitzer von möglichen Soforthilfen nach einer Unwetterkatastrophe ausgeschlossen, wenn sie keinen Versicherungsschutz nachweisen können, obwohl das Objekt versicherbar wäre.

Der Verband ging nach den Elbhochwassern im Jahr 2002 davon aus, dass nur 90 Prozent der Immobilien in Deutschland versicherbar seien. Inzwischen räumt Wolfgang Weiler ein, dass die Quote auf 99 Prozent gestiegen sei.
Nicht nur die Versicherungswirtschaft ist hier aktiv geworden, um entsprechende Deckung flächendeckend anbieten zu können. Auch bei den Hausbesitzern hat ein Richtungswechsel im Denken stattgefunden. Während im Jahr 2002 nur 19 Prozent der Immobilien gegen Naturgefahren versichert waren, sind es im Jahr 2016 bereits 40 Prozent, die eine erweiterte Naturgefahrendeckung aufweisen.
Den vollständigen Naturgefahrenreport 2016 finden Sie hier.

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